Der häufigste Rechenfehler: „pro m²“ meint nicht die Wohnfläche
Fast jede Preisangabe zum Streichen wird in Euro pro Quadratmeter genannt — aber gemeint ist die behandelte Fläche, also Wände plus Decke. Nicht die Wohnfläche, die im Mietvertrag steht. Der Unterschied ist erheblich: In einem normal geschnittenen Raum ist die zu streichende Fläche ungefähr drei- bis viermal so groß wie der Boden darunter.
Wer mit 20 m² Wohnfläche und 15 €/m² rechnet, landet bei 300 € und wundert sich über das Angebot. Richtig gerechnet sind es rund 60 m² Fläche — und damit ein völlig anderer Betrag. So kommen die Zahlen zustande:
| Raum | Maße | Fläche | Kosten |
|---|---|---|---|
| Kleines Zimmer | 2,5 × 4 m | ca. 38 m² | 300–770 € |
| Schlafzimmer | 3 × 5 m | ca. 51 m² | 410–1.020 € |
| Wohnzimmer | 4 × 5 m | ca. 60 m² | 480–1.200 € |
| Großer Wohnraum | 5 × 6 m | ca. 79 m² | 630–1.580 € |
Die untere Zahl gilt für einen intakten Untergrund, Standardweiß und einen Anstrich. Die obere für vorbereitungsintensive Flächen, kräftige Farbtöne und mehrere Durchgänge.
Was eine komplette Wohnung kostet
Für eine ganze Wohnung rechnet man dieselbe Logik hoch. Als Faustwert liegt die zu streichende Fläche bei etwa dem Dreieinhalbfachen der Wohnfläche — Wände, Decken, Flur und Nebenräume zusammengenommen.
| Wohnfläche | Zu streichende Fläche | Kosten |
|---|---|---|
| 50 m² | ca. 175 m² | 1.400–3.500 € |
| 70 m² | ca. 245 m² | 1.960–4.900 € |
| 90 m² | ca. 315 m² | 2.520–6.300 € |
Das deckt sich mit unserer Erfahrung: Eine typische Wohnung liegt zwischen 1.500 und 5.000 €. Größere Wohnungen ab etwa 90 m² oder solche mit erheblichem Vorbereitungsbedarf gehen darüber hinaus — dann lohnt sich die Besichtigung erst recht, weil pauschale Schätzungen in beide Richtungen daneben liegen.
Was den Preis nach oben treibt
Die Spanne von 8 bis 20 € ist kein Verhandlungsspielraum, sondern spiegelt echten Mehraufwand. Diese sechs Punkte entscheiden, wo Ihr Projekt landet:
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Zustand des Untergrunds
Der mit Abstand größte Posten. Eine intakte, bereits gestrichene Wand braucht nur Reinigung und Anstrich. Risse, Dübellöcher, alte Tapetenreste, Nikotin oder Wasserflecken bedeuten Spachteln, Schleifen, Grundieren und teils Sperren — das kann die reine Anstrichzeit verdoppeln.
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Anzahl der Anstriche
Weiß auf Weiß deckt oft in einem Durchgang. Ein kräftiger Farbton, ein Wechsel von dunkel auf hell oder stark saugender Untergrund brauchen zwei bis drei Durchgänge — jeder mit Trocknungszeit dazwischen.
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Farbton und Material
Standardweiß ist am günstigsten. Abgetönte Farben, waschbeständige Latexfarben, Silikatfarben für Altbau oder emissionsarme Produkte für Allergiker kosten im Einkauf mehr. Wir arbeiten mit geprüften Markenprodukten von Caparol und Brillux.
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Raumhöhe und Zugänglichkeit
Ab etwa 3 m Raumhöhe wird Gerüst oder Fahrgerüst nötig, was Zeit für Auf- und Abbau kostet. Treppenhäuser, Schrägen und enge Flure sind aus demselben Grund teurer als ein leerer, quadratischer Raum.
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Gewünschte Oberflächenqualität
Für einen matten Anstrich reicht meist eine Standardverspachtelung. Glatte, glänzende oder streiflichtbelastete Flächen brauchen eine höhere Qualitätsstufe — das ist ein eigener Arbeitsgang mit eigenem Preis.
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Möbliert oder leer
Eine leere Wohnung lässt sich am schnellsten bearbeiten. Möbel ausräumen, in der Raummitte zusammenstellen und abdecken kostet Zeit, die im Angebot auftaucht.
Zum letzten Punkt: Wie glatt eine Wand am Ende sein muss, ist ein eigenes Thema mit eigenen Qualitätsstufen. Wir haben es unter Q1 bis Q4 im Detail erklärt — dort steht auch, wann sich die höhere Stufe lohnt und wann sie herausgeworfenes Geld ist.
Was im Preis enthalten sein sollte
Ein seriöses Angebot listet die Vorarbeiten einzeln auf. Wenn ein Preis auffällig niedrig ist, fehlt meistens etwas aus dieser Liste:
- Abdecken von Böden, Möbeln, Fenstern und Beschlägen
- Reinigen und Vorbereiten des Untergrunds
- Kleinere Ausbesserungen wie Dübellöcher und Haarrisse
- Grundierung, wo der Untergrund sie braucht
- Material — Farbe, Abklebeband, Folie, Vlies
- Alle Anstriche bis zur gleichmäßigen Deckung
- Entsorgung der Abdeckmaterialien und besenreine Übergabe
Vorsicht bei Angeboten, die nur „Anstrich“ ausweisen. Die Untergrundvorbereitung ist der Arbeitsschritt, der über die Haltbarkeit entscheidet — und der, an dem am leichtesten gespart wird, ohne dass man es am Abnahmetag sieht.
Selbst streichen oder machen lassen?
Ehrliche Antwort: Ein einzelnes Zimmer mit intakten Wänden, weißer Farbe und ohne Zeitdruck ist ein realistisches Wochenendprojekt. Die Materialkosten liegen dann bei einem Bruchteil, und viel falsch machen kann man dabei nicht.
Anders sieht es aus, sobald einer dieser Punkte zutrifft: der Untergrund muss vorbereitet werden, es geht über Kopf an Decken, die Räume sind hoch, ein kräftiger Farbton soll gleichmäßig decken, oder die Wohnung muss zu einem festen Termin fertig sein. Das sind genau die Fälle, in denen die Arbeit lange dauert und das Ergebnis trotzdem fleckig wird — und in denen die Differenz zum Fachbetrieb kleiner ist, als sie vorher aussah.
Wie lange dauert es?
Ein einzelner Raum ist meist in ein bis zwei Tagen fertig. Für eine komplette Wohnung planen wir realistisch drei bis sieben Werktage — abhängig von Fläche, Trocknungszeiten zwischen den Durchgängen und dem Umfang der Vorarbeiten. Zuhause sein müssen Sie dafür nicht: Viele Kunden übergeben uns einen Schlüssel und kommen zur Abnahme zurück.
Wie wir kalkulieren
Wir geben keine Preise am Telefon, weil jede Schätzung ohne Blick auf den Untergrund entweder zu hoch oder zu niedrig ist. Stattdessen kommen wir vorbei, messen die tatsächliche Fläche, beurteilen den Zustand und schreiben ein Festpreisangebot — kostenlos und unverbindlich. Was drinsteht, gilt; Nachträge gibt es nur, wenn Sie selbst etwas ändern.